Titelbild Osteuropa 4/2015

Aus Osteuropa 4/2015
Teil des Dossiers OSZE

Lehren aus dem Ukrainekonflikt
Das Stockholm-Syndrom der Putin-Versteher

Andreas Heinemann-Grüder

Abstract

Russlands Politik in der Ukraine wird sehr unterschiedlich interpretiert. Manche Beobachter erkennen eine offensive außenpolitische Strategie, andere ein situatives Reagieren, das vorrangig innenpolitische Motive hat. Von der Interpretation hängt auch das Plädoyer ab, wie der Westen reagieren soll: mit Entspannung, Eindämmung und Abschreckung oder Förderung eines Regimewandels von innen. Die EU, die NATO und die USA müssen sich einigen, was sie mit ihrer Politik gegenüber Russland, der Ukraine und anderen postsowjetischen Staaten erreichen wollen und in welchem Maße sie sich auf diese Ziele verpflichten. Der Schlüssel zum Regimewandel in Russland liegt im Gelingen der Transformation in der Ukraine. Der Ukrainekonflikt lehrt, wie nötig es ist, Konsequenzen von Regelverletzungen vorab zu vereinbaren.

(Osteuropa 4/2015, S. 3–23)