Titelbild Osteuropa 3/2015

Aus Osteuropa 3/2015

Restitutionsschacher
NS-Raubgut aus Łódź als Verschiebemasse

Nawojka Cieślińska-Lobkowicz

Abstract

1940 ließen die deutschen Besatzer Polens 1300 außereuropäische Exponate aus dem Ethnografischen Museum Łódź in ein Leipziger Museum bringen, Teile der Sammlung wurden 1942 nach Köln, Hamburg und Göttingen weiterverkauft. Im nun Litzmannstadt genannten Łódź sollte nach Vorstellung der NS-Ideologen die Dokumentation der „germanischen Vorgeschichte“ des „Ostraums“ konzentriert werden, für außereuropäische Völkerkunde war kein Platz mehr. Die DDR gab 1967 „ihren“ Teil der Sammlung an die VR Polen zurück. Die bundesdeutschen Stellen betrachten die in Göttingen bewahrten Objekte als Faustpfand in den Verhandlungen über die gegenseitige Rückgabe „kriegsbedingt verlagerter“ Kulturgüter. Polnischen Forschern werden Informationen vorenthalten oder nur zögerlich gewährt, der Zugang zu den Objekten verweigert.

(Osteuropa 3/2015, S. 173–195)