Titelbild Osteuropa 1-2/2015

Aus Osteuropa 1-2/2015

Bandenkrieg und Staatsbildung
Zur Zukunft des Donbass

Nikolay Mitrokhin

Abstract

Der Waffenstillstand im Donbass ist prekär, Russland betreibt jedoch bereits Staatsbildung. Da die meisten höheren Beamten der Janukovyč-Ära seit Juli 2014 vor dem Terror der separatistischen Kämpfer geflohen sind, mangelt es Moskau an Männern mit Verwaltungserfahrung. An der Spitze der „Volksrepubliken“ wurden drittrangige Beamte oder Kleinunternehmer installiert. Die „Volksbürgermeister“ haben keine Kontrolle über die lokalen Kämpfer, die „Volksmilizen“ sind ebenfalls lediglich bewaffnete Gruppierungen. Das besetzte Gebiet besteht daher aus einem Konglomerat lokaler Fürstentümer. Insbesondere im Gebiet Luhans’k ist der Versuch gescheitert, eine Zentralmacht aufzubauen. Dort eskalieren regelmäßig Konflikte zwischen einflussreichen Feldkommandeuren.

(Osteuropa 1-2/2015, S. 5–22)