Titelbild Osteuropa 8/2014

Aus Osteuropa 8/2014

Konsens, Manipulation, Gewalt, Zwang
Das Kontinuum der Legitimitätsschöpfung

Valerij Ledjaev

Abstract

Eine politische Ordnung gilt als legitim, wenn die Bürger sie anerkennen und bereit sind, den Entscheidungen der Herrschenden Folge zu leisten. Diese Bereitschaft wird gewöhnlich als Ergebnis einer bewussten und freien Entscheidung verstanden. Dies ist keineswegs immer so. Sie kann auch auf Gewalt, Zwang oder Terror beruhen. Autoritäre Ordnungen bedienen sich heute anderer Methoden. Machtpraktiken wie Beeinflussung, Imitation und Manipulation sowie die Verfügungsgewalt der Herrschenden über die zentralen Apparate zur Reproduktion ihrer Hegemonie wie das Bildungssystem, die Medien oder die Armee spielen eine zentrale Rolle, um Legitimität zu erzielen.

(Osteuropa 8/2014, S. 131–159)