Titelbild Osteuropa 5-6/2014

Aus Osteuropa 5-6/2014

Die Krim-Krise von 2014
Staats- und völkerrechtliche Aspekte

Otto Luchterhandt

Abstract

Die Krim-Krise und der Kampf mit Russland um die Wahrung der staatlichen Einheit der Ukraine bedeuten eine begrenzte Rückkehr zu einer Ost-West-Konfrontation in Europa, wie es sie seit dem Ende des ideologischen und machtpolitischen Ost-West-Konfliktes, seit der Integration der postkommunistischen Staaten in ein neues, gesamteuropäisches Staatensystem und darüber hinaus in ein sich immer tiefer und enger vernetzendes globales Wirtschafts-, Finanz- und Kommunikationssystem nicht mehr gegeben hat. Der Kreml, der im postsowjetischen Raum eine neue, imperiale Hegemonie Russlands anstrebt, nun im Ordnungsrahmen einer „Eurasischen Union“, sah sich durch die EU-orientierte „Majdan-Revolution“ in der Ukraine strategisch bedroht. Moskaus Antwort darauf sind die völkerrechtswidrige Annexion der Krim – Standort der Schwarzmeerflotte und Symbol national-russischer Größe – und die Destabilisierung der Ukraine, um deren Integration in den euro-atlantischen Westen zu verhindern und sie dauerhaft an sich zu binden.

(Osteuropa 5-6/2014, S. 61–86)