Titelbild Osteuropa 2-4/2014

Aus Osteuropa 2-4/2014

Sprengkraft Selbstbestimmungsrecht
Der Erste Weltkrieg als Katalysator der Nationalstaatsbildung

Egbert Jahn

Abstract

Im Ersten Weltkrieg brach die imperiale Weltordnung des Wiener Friedenskongresses zusammen. Zwar bestimmten das Britische und das Französische Imperium als Siegermächte maßgeblich die in den Pariser Friedensverträgen neu geschaffene Völkerbundsordnung. Doch die bald zu Weltmächten aufstrebenden USA und Sowjetrussland legten mit der Proklamation des Selbstbestimmungsrechts der Völker die entscheidende Grundlage für die weltweite Ablösung der Imperien durch Nationalstaaten. Betroffen waren zunächst nur die vier besiegten Imperien Ost-, Mittel- und Südosteuropas. Aber mit den Völkerbundsmandaten wurde bereits der Keim für die Auflösung der westeuropäischen Kolonialimperien gelegt, die dann erst im und nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte.

(Osteuropa 2-4/2014, S. 73–90)