Titelbild Osteuropa 2-4/2014

Aus Osteuropa 2-4/2014

100 Jahre und kein Ende
Sowjetische Historiker und der Erste Weltkrieg

Boris Kolonickij

Abstract

In der Sowjetunion war historische Forschung ein Mittel der Propaganda. Dies galt auch für den recht wenig beachteten Ersten Weltkrieg. In den 1920er Jahren sollten die imperialistischen Kriegstreiber entlarvt werden, unter Stalin musste die heroische russische Armee gepriesen werden. In den 1960er Jahren gab es Spielraum für eine weniger ideologisierte Forschung, der allerdings unter Brežnev wieder verschwand. Nach einer Phase der Freiheit seit der Perestrojka soll heute die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg dem Aufbau einer nationalen Identität dienen. Der Kampf aufrichtiger Historiker um die Wahrheit ist nicht beendet.

(Osteuropa 2-4/2014, S. 369–388)