Titelbild Osteuropa 7/2013

Aus Osteuropa 7/2013

Kooperation tut not!
Wider die Blindheit der Putin-Feinde

Hans-Joachim Spanger

Abstract

In der Diskussion darüber, wie eine Politik gegenüber Russland und anderen autoritären Regimen aussehen soll, kritisiert Wolfgang Eichwede den vermeintlichen sozialdemokratischen Etatismus. Statt mit den herrschenden Eliten zu kooperieren, solle die Zivilgesellschaft gestärkt werden. Diese Forderung ignoriert das Paradoxon der Entspannungspolitik als Dialogpolitik, die anerkennt, was sie ablehnt, und kooperativ stabilisiert, was sie konfrontativ nicht überwinden kann. Ein selektives Werteverständnis zu propagieren und das eigene Weltbild wie eine Monstranz vor sich her zu tragen, nutzt den Menschen in Russland wenig. Diese Art des Dialogs als moralisches Exerzitium verkommt schnell zum Monolog. Stattdessen gilt es, eigene Interessen zu benennen und die Interessen Russlands daraufhin abzugleichen, wo Kooperation möglich ist.

(Osteuropa 7/2013, S. 169–178)