Titelbild Osteuropa 5-6/2013

Aus Osteuropa 5-6/2013

Gewaltkultur und Kommunismus
Ursachen und Formen in der Sowjetunion

Felix Schnell

Abstract

Bei der Revolution der Bolschewiki spielte Gewalt eine große Rolle. Die Gründe dafür liegen auch in der Ideologie des Kommunismus, vor allem aber in der konkreten Vorgeschichte und dem gesellschaftlichen Hintergrund. Den kommunistischen Pionieren galt Gewalt als unvermeidlicher Begleitumstand historischer Umwälzungen, Lenin spitzte dies zu einem manichäischen Freund-Feind-Schema zu. Die Partei der Bolschewiki absorbierte die in der Gesellschaft vorhandenen Gewaltpotentiale, im Bürgerkrieg verfestigten diese sich zu einer eigenen Gewaltkultur, die insbesondere das NKVD verkörperte. Diese Gewaltkultur zu überwinden war eine große Leistung der Entstalinisierung.

(Osteuropa 5-6/2013, S. 93–106)