Titelbild Osteuropa 5-6/2013

Aus Osteuropa 5-6/2013

Das „schwächste Glied“
Polen unter kommunistischer Herrschaft

Andrzej Paczkowski

Abstract

Das Ende der sowjetischen Vorherrschaft über Ostmitteleuropa wurde in Polen eingeleitet. Dies hat mehrere Gründe: In der polnischen Gesellschaft waren antirussische und antisowjetische Reflexe tiefer verwurzelt als in den anderen Staaten der Region. Das gewaltsam oktroyierte kommunistische System wurde als besonders fremd empfunden. Auch agierte die katholische Kirche agierte ungewöhnlich autonom, und ihre starke Position wurde durch die Wahl des Polen Karol Wojtyła zum Papst im Jahr 1978 weiter gestärkt. Arbeiter und Studenten zeigten sich bereit zum Massenprotest. Als sich die kleine, aber enorme Breitenwirkung entfaltende oppositionelle Intelligenz Mitte der 1970er Jahre mit den Arbeitern solidarisierte und die schlechte Versorgungslage die Autorität des Regimes zunehmend untergrub, war dessen Ende besiegelt.

(Osteuropa 5-6/2013, S. 207–222)