Titelbild Osteuropa 1/2013

Aus Osteuropa 1/2013

Der „Vaterländische Krieg“
Das Jubiläum 1912

Konstantin Rapp

Abstract

Russlands Jahrhundertfeiern zum Vaterländischen Krieg von 1812 wurden von Staat, Militär und Kirche unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit organisiert. Durch die Ausblendung der krisenhaften Gegenwart zu Gunsten der Erinnerung an eine glorreiche Vergangenheit suchte Russlands Zarenregime die Nation um den Thron zu einen. Die offiziellen Veranstaltungen und Projekte zum 100. Jahrestag bezogen ihre Wirksamkeit wesentlich daraus, dass das Regime an das traditionelle Narrativ anknüpfte, wonach Russland als geistig-moralische Führungsmacht und Hort des wahren Christentums Angriffe scheinbar überlegener westlicher Gegner stets erfolgreich abzuwehren imstande sei.

(Osteuropa 1/2013, S. 103–118)