Titelbild Osteuropa 3/2012

Aus Osteuropa 3/2012

Musenkuss in Nukus
Sowjetische Avantgarde-Kunst in der usbekischen Provinz

Tobias Rupprecht

Abstract

Karakalpakstan ist als Schauplatz einer ökologischen Katastrophe globalen Ausmaßes bekannt: der Austrocknung des Aralsees. Weniger bekannt ist, dass in Nukus, der Hauptstadt der Autonomen Republik in Usbekistan, ein kulturelles Kleinod erster Güte zu finden ist: Das staatliche Kunstmuseum der Republik verfügt über eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen sowjetischer Avantgarde-Kunst. Die rund 15 000 Gemälde, die Museumsgründer Igor’ Savickij seit den 1960er Jahren in der ganzen Sowjetunion im Verborgenen sammelte, erzählen die Geschichte einer Generation von Künstlern, die – vielfach auch physisch – zu Opfern der stalinistischen Kulturpolitik wurden, auch nach Stalins Tod verfemt blieben und erst von Savickij dem Vergessen entrissen wurden.

(Osteuropa 3/2012, S. 159–207)