Titelbild Osteuropa 11-12/2012

Aus Osteuropa 11-12/2012

„Ein Symbol der Freiheit“
Lutosławskis Einfluss auf die Sowjetunion

Vladimir Tarnopol’skij

Abstract

In der bleiernen Brežnev-Ära war Polen für sowjetische Künstler und Intellektuelle das Fenster zum Westen. Witold Lutosławski ließ niemanden gleichgültig. Das Regime erklärte seine Musik als „Zur Aufführung nicht empfohlen“, weil sie als avantgardistisch galt. In den 1980er Jahren war sie wegen der Solidarność aus politischen Gründen unerwünscht. Doch für die Komponisten in Moskau und im Baltikum war Lutosławski ein Symbol der Freiheit und strenger intellektueller Disziplin. Sie studierten ihn und knüpften an seine kompositorischen Techniken an. „Westliche“ Neuerer und „slawophile“ Musiker gleichermaßen begeisterten sich für ihn.

(Osteuropa 11-12/2012, S. 143–146)