Titelbild Osteuropa 10/2012

Aus Osteuropa 10/2012

Mit den Augen des Sicherheitsdienstes
Jüdische Neuansiedlung in Schlesien 1949

Markus Nesselrodt

Abstract

Die polnischen Holocaust-Überlebenden konnten nach Kriegsende oft nicht an ihre früheren Wohnorte zurückkehren. Die polnische Regierung siedelte viele von ihnen in den neu gewonnenen Territorien im Westen des Landes an und gewährte ihnen zunächst weitgehende Autonomie. Eben dies weckte die besondere Aufmerksamkeit des Sicherheitsapparats. Die Monatlichen Berichte des lokalen Sicherheitsdienstes aus dem Jahr 1949 belegen, dass die Behörden detailliert über das angespannte Verhältnis zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Bewohnern informiert waren und aktiv in die Emigrationsbewegung im Rahmen der Option für Israel eingriffen.

(Osteuropa 10/2012, S. 85–96)