Titelbild Osteuropa 10/2012

Aus Osteuropa 10/2012

Die „jüdische Hauptstadt der Ukraine“
Erinnerung und Gegenwart in Dnipropetrovs’k

Andrij Portnov, Tetjana Portnova

Abstract

Ekaterinoslav (heute Dnipropetrovs’k) war im 19. Jahrhundert eines der bedeutendsten jüdischen Zentren im Russischen Reich. Im 20. Jahrhundert wurde die jüdische Gemeinde stark dezimiert; Mitte der 1980er Jahre schien sie kurz vor dem Aussterben, seit den 1990er Jahren erlebt sie jedoch eine unerwartete Renaissance. Unter Leitung des der Chabad-Bewegung angehörenden Oberrabbiners Shmuel Kaminetzky und gefördert von privaten Mäzenen blühte das jüdische Leben in der Stadt wieder auf. Heute zeugen davon nicht nur neue Gedenkstätten, sondern auch Schulen, wiedereröffnete Synagogen und an prominentester Stelle das jüngst eingeweihte „größte jüdische Zentrum der Welt“ Menora. In allgemeinen Darstellungen der Stadtgeschichte kommt die jüdische Geschichte allerdings nach wie vor kaum vor.

(Osteuropa 10/2012, S. 25–40)