Titelbild Osteuropa 1/2012

Aus Osteuropa 1/2012

Pure Schwarzmalerei?
Russlands Kino um die Jahrtausendwende

Larisa Maljukova

Abstract

Film hatte in der sowjetischen Kultur einen hohen Stellenwert. Mit dem Ende der Sowjetunion geriet das Kino in eine Krise. Das Publikumsinter¬esse schwand. Dennoch drehten viele Regisseure in den 1990er Jahren ihre besten Werke. Sie gaben Fragen und Selbstzweifeln der Gesellschaft Ausdruck. Zunehmend empfand das Publikum diese Filme jedoch als zu düster. Etwa seit dem Jahr 2000 stehen sich Publikumsfilm und Autorenfilm unvermittelt gegenüber. Arbeiten, die auf Festivals ausgezeichnet wurden, fanden keinen Verleih, die Kinosäle waren fest im Griff der Unterhaltung. Nun ist eine Wiedergeburt des russländischen Kinos zu beobachten. Eine neue Generation von Regisseuren wendet sich anderen Schauplätzen und Themen zu. Die „Schwarzmalerei“ der 1990er Jahre ist für dieses Kino ein fruchtbarer Boden. Doch überleben wird es nur, wenn es neue Zuschauer anziehen kann.

(Osteuropa 1/2012, S. 109–126)