Titelbild Osteuropa 8-9/2011

Aus Osteuropa 8-9/2011

Fälschung und Wahrheit
Die Blockade in der russischen Historiographie

Nikita Lomagin

Abstract

Die Geschichtsschreibung zur Leningrader Blockade begann schon während des Krieges. Die Führung Leningrads schrieb eine heldenhafte und patriotische Darstellung vor. Nach der „Leningrader Affäre“ 1949 war das Thema tabu. Erst in den 1960er Jahren wandten sich Historiker wieder der Blockade zu, doch es blieb ein randständiges Thema. Bis in die 1980er Jahre definierten ideologische Vorgaben und Zensur, was darstellbar war. Der Zugang zu Archivmaterial war eingeschränkt, zu westlichen Publikationen unmöglich. Seit der Perestrojka gestatten neue Quellen und andere Fragestellungen neue Erkenntnisse über den Alltag im belagerten Leningrad. Heute ist die russische Historiographie zur Blockade in die internationale Geschichtswissenschaft integriert.

(Osteuropa 8-9/2011, S. 23–48)