Titelbild Osteuropa 8-9/2011

Aus Osteuropa 8-9/2011

Blockierte Wahrheit
Blockadeliteratur und Zensur

Arlen Bljum

Abstract

In der unmittelbaren Nachkriegszeit verschärfte sich das ideologische Klima in der Sowjetunion erheblich. Leningrad war davon in besonderer Weise betroffen. Die 1946 ergangenen ZK-Beschlüsse zu den Zeitschriften Zvezda und Leningrad waren Vorboten der sogenannten „Leningrader Affäre“. Gleichzeitig fand eine breit angelegte Zensur statt. Hunderte von Büchern wurden konfisziert, viele von ihnen wurden erst Jahrzehnte später wieder zugänglich. Getilgt werden sollten dabei vor allem die Namen von in Ungnade gefallenen Personen, aber auch ein „zu düsteres“ Bild der jüngsten Geschichte, insbesondere der Blockade Leningrads.

(Osteuropa 8-9/2011, S. 297–299)