Titelbild Osteuropa 2-3/2011

Aus Osteuropa 2-3/2011

Die Arktis im Völkerrecht
Seerechtsübereinkommen und Sektorentheorie

Elvira Pushkareva

Abstract

Der starke Rückgang der sommerlichen Eisbedeckung im Nordpolarmeer hat eine völkerrechtliche Debatte über nationale Hoheitsechte im Arktischen Ozean entfacht. Es geht um Rohstoffförderung, Schifffahrt und Fischerei. Die grundsätzliche Frage lautet, ob das moderne Seerecht oder besondere Gewohnheitsrechte der Anrainer-staaten des Nordpolarmeers gelten. Auch wenn wahrscheinlich das Seerechtsübereinkommen angewendet werden wird, könnte es Russland und Kanada gelingen, unter Berufung auf historische Rechtstitel bei seiner Anwendung Sonderregeln durchzusetzen. Die Anerkennung „historischer Gewässer“ würde die von den beiden Staaten bereits festgelegten Basislinien, von denen die im Seerechtsübereinkommen definierten Zonen bemessen werden, bestätigen.

(Osteuropa 2-3/2011, S. 77–86)