Titelbild Osteuropa 12/2011

Aus Osteuropa 12/2011

Trauma, Tabu, Kult
Trianon und die Auslandsungarn

Balázs Ablonczy

Abstract

Durch den Friedensvertrag von Trianon verlor Ungarn 1920 zwei Drittel seines Staatsgebiets und 3,2 Millionen ethnische Magyaren an die Nachbarstaaten. In der Zwischenkriegszeit war das ein Trauma und ein Resonanzkörper für Revisionismus und Irredentismus. Im Staatssozialismus war das Thema tabu. Seit der Wende hat die Frage der Auslandsungarn an Bedeutung gewonnen. Heute inszenieren rechtsextreme Kreise in Ungarn einen Trianon-Kult. Er soll der nationalistischen Mobilisierung dienen. Doch großungarischer Nationalismus und die Forderung nach der Revision von Trianon sind nicht mehrheitsfähig. Gefragt ist seriöse historische Aufklärung.

(Osteuropa 12/2011, S. 303–314)