Titelbild Osteuropa 7/2010

Aus Osteuropa 7/2010

Markant, jüdisch, verkannt
Gründe für M. Weinbergs „Nicht-Rezeption“

Jascha Nemtsov

Abstract

Lange fand das Phänomen der „Nicht-Rezeption“ in der Musik kaum Beachtung. Die Musikgeschichte galt als gerecht und vernünftig. Sie schien das Wertvolle zu bewahren und das weniger Wertvolle dem Vergessen preiszugeben. Die Einsicht, dass es unter den vergessenen Werken jedoch wahre Schätze gab, die das Musikleben bereichern, änderte die Vorstellung von der Musikgeschichte. Auch Mieczysław Weinbergs Schaffen wurde jahrzehntelang mißachtet. Ein Grund ist in seiner Musiksprache zu finden. Sie wurzelt in der polnisch-jüdischen Musikkultur. Weinberg muss zu den herausragenden Komponisten des 20. Jahrhunderts gezählt werden.

(Osteuropa 7/2010, S. 25–40)