Titelbild Osteuropa 2-4/2010

Aus Osteuropa 2-4/2010

Gespaltene Zungen
Sprache und Sprachenpolitik in der Ukraine

Volodymyr Kulyk

Abstract

In der Ukraine steht der Sprachgebrauch oft im Gegensatz zu der ideologischen Wertung des Ukrainischen und des Russischen. Die Erwartungen an die staatliche Sprachenpolitik sind ambivalent. Die politische Rhetorik ist konfrontativ. Die unangemessenen Sprachgesetze bleiben jedoch unverändert. Nach der Orangen Revolution hatte Präsident Ju¬ščenko eine Ukrainisierung angekündigt. Geschehen ist kaum etwas: Nur in Rundfunk und Fernsehen wird heute mehr Ukrainisch verwendet. Verändert hat sich etwas anderes: Die politische Konfrontation und eine administrative Sprachenpolitik haben die Förderung des Ukrainischen in Misskredit gebracht.

(Osteuropa 2-4/2010, S. 391–402)