Titelbild Osteuropa 12/2010

Aus Osteuropa 12/2010

Koloniales sprachliches Erbe
Sprache und Nation in Lukašenkas Belarus

Mark Brüggemann

Abstract

Die Debatte über Sprachen ist in Belarus unter Staatspräsident Aljaksandr Lukašėnka ein politisch brisantes Thema. In Deutungskämpfen um die Sprachgeschichte geht es unter anderem darum, ab wann das Weißrussische gegenüber dem Russischen eine eigenständige Entwicklung nahm. In der Debatte um die sprachliche Gegenwart dominieren zwei Themen: die Sprachenpolitik seit Amtsantritt Lukašėnkas und die Konkurrenz zweier Varianten der weißrussischen Sprache, die vor allem an der Orthographie festgemacht wird. Alle drei Diskurse sind für das Selbstverständnis der Weißrussen als Nation und die politische Orientierung von Belarus von zentraler Bedeutung.

(Osteuropa 12/2010, S. 69–80)