Titelbild Osteuropa 11/2010

Aus Osteuropa 11/2010

Das Flüchtige aufbewahren
Ein Archiv alternativen Denkens im RuNet

Jakob Fruchtmann

Abstract

Das Internet nährt die Illusion des beständigen Zugriffs auf Quellen und Dokumente. Doch die Realität ist eine andere. Die „Lebensdauer“ von russischen Internetdokumenten ist kurz, vor allem wenn sie aus Menschenrechtsgruppen, sozialen Bewegungen und der marginalen politischen Opposition stammen. Das hat mehrere Ursachen: Das Internet an sich verändert sich dynamisch. Die technische Infrastruktur ist instabil, die Aktivitäten alternativer Gruppen sind flüchtig, Projekte von kurzer Dauer. Die internationale Russlandforschung steht vor der Aufgabe, wie das im RuNet artikulierte alternative Denken archiviert werden kann. Der Aufbau eines solchen Archivs ist mit beträchtlichem infrastrukturellen Aufwand verbunden und erfordert internationale Zusammenarbeit.

(Osteuropa 11/2010, S. 249–271)