Titelbild Osteuropa 10/2010

Aus Osteuropa 10/2010

Gewalt und Ideologie
Rechtsextremismus in Tschechien

Miroslav Mareš

Abstract

Die rechtsextremistische Szene in Ostmitteleuropa hat sich neu formiert. Das Milieu ist heute politisierter als in den 1990er Jahren. An die Stelle spontaner Gewalt sind gezielte Aktionen gegen Roma, Homosexuelle und Andersdenkende getreten. Das Milieu ist transnational vernetzt. Ideologisches, organisatorisches und auch ästhetisches Vorbild ist der deutsche Autonome Nationalismus. Die tschechischen Militanten sind ein Scharnier zwischen der deutschen und der slowakischen, aber auch der polnischen Szene. Der tschechische Staat hat mit einem Verbot der rechtsextremistischen „Arbeiterpartei“ reagiert. Die Wirkung ist jedoch beschränkt.

(Osteuropa 10/2010, S. 33–50)