Titelbild Osteuropa 4/2009

Aus Osteuropa 4/2009

Tertium datur
Die sowjetische Musikavantgarde 1956–1982

Levon Hakobian


Abstract in English

Abstract

In der westlichen Wahrnehmung gab es in der Sowjetunion nur regimekonforme und regimekritische Kunst. Die breite Strömung politikferner, unabhängiger Kunst wurde kaum zur Kenntnis genommen. In der Musik, die weniger unter ideologischen Zwängen litt als andere Künste, entwickelte sich nach Stalins Tod eine Avantgarde. Ihr war der Sozialistische Realismus ebenso fremd wie die Neue Musik aus dem Westen. Kompositorisch repräsentativ war das spannungsreiche Nebeneinanderstellen gegensätzlicher Stile. Mit dem berühmten Konzert vom April 1982, als im Moskauer Konservatorium Werke von Ėdison Denisov, Sofia Gubajdulina und Alfred Schnittke aufgeführt wurden, war die Randstellung der nonkonformistischen Avantgarde beendet.

(Osteuropa 4/2009, S. 77–84)