Titelbild Osteuropa 4/2009

Aus Osteuropa 4/2009

„Nur die Kunst kann uns befreien“
Vladimir Tarnopol’skij über sein Werk und die Welt

Tarnopol’skij Vladimir

Abstract

Der Komponist Vladimir Tarnopol’skij erinnert in einem Gespräch mit Kerstin Holm an die Zeit kastrierter Kultur, als die Aufführung einer Schütz-Kantate ein oppositioneller Akt war, erkennt in der Popularität des musikalischen Minimalismus in Osteuropa eine Kapitulation vor der technischen Raffinesse der Neuen Musik im Westen und analysiert den Zusammenhang von Ideenarmut in der Kunst sowie in Gesellschaft und Technologie. Er blickt zurück auf seine Suche nach einer eigenen kompositorischen Sprache, vermisst mitunter in der westlichen Musik den Nachklang echter Probleme, ist fasziniert von komplizierten Klängen aus akustischen und elektronischen Bestandteilen sowie Geräuschen und bekennt sich zu einer „neuen Euphonie“.

(Osteuropa 4/2009, S. 85–92)