Titelbild Osteuropa 2-3/2009

Aus Osteuropa 2-3/2009

Teufel und Weihwasser
Der Papst und die Erosion des Kommunismus

Stefan Samerski

Abstract

Johannes Paul II. trug zur Erosion der kommunistischen Parteiherrschaft in Osteuropa bei. Schon als Erzbischof von Krakau hatte er Religionsfreiheit und Menschenrechte eingeklagt. Nach seiner Wahl zum Papst 1978 setzte er diese Strategie fort. Durch Reisen und Ansprachen rief er zum Dialog mit dem Regime auf, verteidigte die Unabhängigkeit der Solidarność und förderte den Umbruch. Der Papst vermied es, sich politisch instrumentalisieren zu lassen. Aus der christlichen Botschaft leitete er eine Äquidistanz gegenüber jedem politischen und wirtschaftlichen System ab, sobald er die Würde des Menschen verletzt sah.

(Osteuropa 2-3/2009, S. 183–194)