Titelbild Osteuropa 12/2009

Aus Osteuropa 12/2009

Historische Mission und Pragmatismus
Die slawische Idee in Polen im 20. Jahrhundert

Markus Krzoska

Abstract

Polen sollte im Denken der Romantik eine führende Rolle in einem panslawischen Bund spielen. Die Identifikation mit der slawischen Gemeinschaft stand jedoch stets im Widerspruch zum polnisch-russischen Antagonismus. Während des Zweiten Weltkriegs rückte der „ewige“ germanisch-slawische Konflikt in den Vordergrund. Polen knüpfte neue Verbindungen zu den slawischen Nachbarn. Die Sowjetunion hatte daran nur geringes Interesse. Nach 1948 diente ihr die slawische Idee als Propagandamittel, um ihren Einfluss in Ostmittel- und Südosteuropa zu sichern. Im polnischen Exil wirkte die slawische Idee weiter. Auch aus Polens Kultur ist sie nicht verschwunden, doch ihre politische Bedeutung ist marginal.

(Osteuropa 12/2009, S. 77–94)