Titelbild Osteuropa 1/2009

Aus Osteuropa 1/2009

Literarisierung der Geschichtswissenschaft
Moskau 1937: Karl Schlögels Meistererzählung

Ulrich Schmid

Abstract

Dass die Geschichtswissenschaft Geschichten erzählt, ist spätestens seit Hayden Whites methodologischen Untersuchungen bekannt. Erst in jüngster Zeit haben die Historiker jedoch Konsequenzen aus dieser Einsicht gezogen: Carsten Goehrke baute in sein Werk Russischer Alltag fiktive Szenen aus der Vormoderne ein. Karl Schlögel geht einen Schritt weiter. Er konstruiert sein neues Buch Terror und Traum als literarisch stilisiertes Großnarrativ mit tragischen Protagonisten, spannenden Handlungssträngen und spektakulären Schauplätzen.

(Osteuropa 1/2009, S. 61–68)