Titelbild Osteuropa 8-10/2008

Aus Osteuropa 8-10/2008

Im Erinnerungsghetto
Das Jüdische Museum in Budapest

Péter György

Abstract

Ungarn hat die viertgrößte jüdische Gemeinde Europas. Doch davon, dass die Juden einst wie sonst nur in Deutschland in die Gesellschaft integriert waren, ist nichts mehr zu spüren. Das zeigt sich besonders im Jüdischen Museum in der Budapester Innenstadt. Dort wird die Geschichte der Juden auf religiöse Gegenstände und den Holocaust reduziert. Dass die Juden integraler Bestandteil der ungarischen Geschichte sind, wird ignoriert. Der Ort ist so von seiner Geschichte abgekoppelt, dass die Besucher der Synagoge und des Museums nur erahnen können, dass das Gelände 1944 eine Stätte des Verbrechens war. Bis heute hat es der ungarische Staat nicht für nötig befunden, diese Stelle im ehemaligen Ghetto zu einem offiziellen Gedenkort zu machen.

(Osteuropa 8-10/2008, S. 493–496)