Titelbild Osteuropa 8-10/2008

Aus Osteuropa 8-10/2008

Die jüdische Jugendbewegung in Polen zwischen den Weltkriegen
Eine soziologische Studie

Moyshe Kligsberg

Abstract

Der Erste Weltkrieg hat zu einer Verelendung eines großen Teils der polnischen Juden geführt. Die jüdische Jugend schien jeglicher Zukunftschancen beraubt. Doch statt sich dem Schicksal zu fügen, entwickelte sie gerade in dieser Situation die Kraft, gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Bildungshunger, Organisation, Selbsthilfe und Idealismus waren die zentralen Prinzipien, auf die sich die Jugendbewegung stützte. Dabei entwickelten die Jugendverbände, ganz gleich welcher Schicht sie entstammten und welcher politischen Richtung sie anhingen, einen spezifischen Lebensstil, zu dem das stete Lesen, der Besuch des Klubhauses und gemeinsame Ausflüge und Lager ebenso gehörten wie die Rehabilitierung der körperlichen Arbeit als prestigeträchtige Tätigkeit.

(Osteuropa 8-10/2008, S. 131–146)