Titelbild Osteuropa 8-10/2008

Aus Osteuropa 8-10/2008

Bewegung und Benennung
Jüdische Identität bei Il’ja Ėrenburg

Anja Tippner

Abstract

Il’ja Ėrenburgs Roman Das bewegte Leben des Lazik Rojtšvanec setzt sich in 38 Episoden mit den Möglichkeiten jüdischer Identität unter den Bedingungen von Assimilation, ökonomischem Zwang und Antisemitismus auseinander. Am Beispiel des Protagonisten und seiner Wanderungen durch Europa und Palästina führt der Text vor, wie jede Gesellschaft und jeder Ort sein eigenes Bild jüdischer Identität hervortreibt und zugleich wieder zurückweist. Im Spiel mit kursierenden Stereotypen, chassidischem Gedankengut und Traditionen entwirft Ėrenburg jüdische Identität als relationales und stets gefährdetes Konstrukt.

(Osteuropa 8-10/2008, S. 331–340)