Titelbild Osteuropa 7/2008

Aus Osteuropa 7/2008

1968 in der Tschechoslowakei
Aufbruch und zweimaliges Begräbnis

Jan Pauer

Abstract

Die Reformen der Kommunistischen Partei der CSSR unter Alexander Dubcek gaben Anstoß für einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“. Daraus wuchs eine gesellschaftliche Bewegung, die mit Forderungen nach mehr Demokratie und Selbstbestimmung bald über die ursprünglichen Ziele hinausging. Die Parteiführer der kommunistischen „Bruderländer“ erkannten darin nichts anderes als eine „Konterrevolution“, die sie durch eine Militärintervention im August 1968 gewaltsam stoppten. Die Reformer wurden gezwungen, die Reformen selbst zu begraben. Als erster friedlicher Reformversuch in einem kommunistischen Staat war der Prager Frühling ein Vorläufer der Revolutionen von 1989.

(Osteuropa 7/2008, S. 31–46)