Titelbild Osteuropa 6/2008

Aus Osteuropa 6/2008

„Und Gott verbarg sein Antlitz“
Polnische Kompositionen über Krieg und Gewalt

Dorota Szwarcman

Abstract

Obwohl Polen wie kaum ein zweites Land im 20. Jahrhundert unter Kriegen, Völkermord und Vernichtung litt, gab es in der Nachkriegszeit kaum musikalische Werke, in denen an die Opfer totalitärer Gewalt erinnert wurde. Dafür waren das ästhetische Diktat des Sozrealismus und ideologische Restriktionen verantwortlich. Kompositionen von Witold Lutosławski und Andrzej Panufnik blieben Einzelfälle. Nach dem Tauwetter vergrößerte sich die Palette der musikalischen Ausdrucksformen. Unterdessen findet die Erinnerung an die in Katyn ermordeten polnischen Offiziere und an die Opfer des Holocaust ihren kompositorischen Niederschlag. Nach dem Schock über Jedwabne schufen Marta Ptaszyńska, Piotr Moss und Krzysztof Knittel bemerkenswerte Werke.

(Osteuropa 6/2008, S. 327–340)