Titelbild Osteuropa 6/2008

Aus Osteuropa 6/2008

Achse der Erinnerung
Krieg und Okkupation in lettischen Denkmälern

Valters Nollendorfs

Abstract

Wie die Letten den Zweiten Weltkrieg und die Besatzung durch die Nationalsozialisten und die Sowjetunion erfuhren, können sie erst seit der Unabhängigkeit öffentlich artikulieren. Seitdem sind zahlreiche Denkmale für die Opfer des sowjetischen Terrors entstanden. Weitgehend verschwiegen wird die lettische Beteiligung am Holocaust und am Sowjetregime. Die öffentliche Debatte offenbart, dass viel Zeit und eine differenzierte Aufarbeitung der Geschichte nötig sind, um Vorurteile zu überwinden und die Wunden zu heilen, die Krieg und Gewalt gerissen haben. Diese Aufarbeitung ist Voraussetzung für die Versöhnung der lettischen und der russischsprachigen Bevölkerung.

(Osteuropa 6/2008, S. 267–284)