Titelbild Osteuropa 4-5/2008

Aus Osteuropa 4-5/2008

Problemanreicherung
Russlands Uranhexafluorid-Importe

Vladimir Čuprov

Abstract

Bei der Urananreicherung fallen weltweit jährlich Tausende Tonnen hochtoxisches, radioaktives Uranhexafluorid an. Dieser Atommüll ist eines der ungelösten Probleme der Nuklearindustrie. Doch Russland naht als Retter: Es betrachtet Uranhexaflourid als Wertstoff, der in Schnellen Brütern eingesetzt werden kann. Diese Reaktoren müssten allerdings erst in großer Zahl gebaut werden. Das ist unrealistisch, weil die Brütertechnologie nicht ausgereift ist, so dass die meisten Staaten sie verworfen haben. Gleichwohl importiert Russland Uranhexafluorid und wird für die teure Entsorgung aufkommen müssen. Abgesehen von den Gefahren bei Transport und Lagerung des Stoffes droht ein finanzielles Fiasko, da aus den Einnahmen für die Aufbereitung des Stoffes keine ausreichenden Rücklagen für die Entsorgung des verbleibenden Atommülls gebildet werden.

(Osteuropa 4-5/2008, S. 177–188)