Titelbild Osteuropa 2/2008

Aus Osteuropa 2/2008

Wirtschaftsmacht Russland
Das Öl, der Aufschwung und die Stabilität

Roland Götz

Abstract

Russlands Wirtschaft boomt seit einigen Jahren. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2008 größer als das Großbritanniens werden. 2016 könnte Russland Deutschland überholt haben und nach den USA, China, Japan und Indien die fünftgrößte Wirtschaftsmacht der Welt werden. Die schiere Größe des BIP ist jedoch kein ausreichender Indikator für die Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft. Russlands Wachstum hängt stark von der Entwicklung des Erdölpreises ab. Der enorme Ressourcenexport führt zu einer Aufwertung des Rubels. Diese wirkt wachstumsdämpfend, weil sie die Exportmöglichkeiten der verarbeitenden Industrie beeinträchtigt. So machen sich Symptome der „holländischen Krankheit“ und eines „Ressourcenfluchs“ bemerkbar. Ein Stabilisierungsfonds soll Abhilfe schaffen. Ob dies gelingt, ist fraglich.

(Osteuropa 2/2008, S. 21–32)