Titelbild Osteuropa 1/2008

Aus Osteuropa 1/2008

Korruption in Russland
Markt und Staat als Gegenmittel?

Alexandra Orlova

Abstract

Korruption ist keine innere Angelegenheit eines Staates. Vorschläge zur Bekämpfung der Korruption in Russland zielten vor allem auf Privatisierung, Dezentralisierung und Demokratisierung. Dies war die Grundlage der liberalen Reformen unter Präsident El’cin. Mit Vladimir Putins Amtsantritt vollzog sich eine fundamentale Wende. In Folge von Putins Etatismus kontrolliert der Kreml wieder Schlüsselsektoren der Volkswirtschaft. Doch die Korruption blüht weiter. Insbesondere in der öffentlichen Verwaltung hat sich eine parallele, semi-feudale Befehlskette etabliert, die von Bestechung profitiert. Nur mit einer starken Zivilgesellschaft und einem Mentalitätswechsel ist es möglich, die endemische Korruption zu überwinden.

(Osteuropa 1/2008, S. 21–34)