Titelbild Osteuropa 8-9/2007

Aus Osteuropa 8-9/2007

Kirgisischer Feldversuch Demokratie
Zwischen Schattenstaat und Tulpenrevolution

Cornelius Graubner, Alexander Wolters

Abstract

Die „Tulpenrevolution“ in Kirgisistan wird häufig als Ergebnis ausländischer Einmischung betrachtet. Populär ist auch die These, es habe sich um eine Auseinandersetzung von Klans gehandelt. Beides überzeugt nicht. Die kirgisische Politik ist vielmehr von Klientelpolitik geprägt. Macht erlangt derjenige, der es versteht, im kirgisischen Schattenstaat den Zugang zu Ressourcen zu kontrollieren und zu verteilen. Dies zeigen die zentralen Interessenkonflikte, die in dem zentralasiatischen Staat seit 2005 ausgefochten werden. Der Einfluss westlicher Demokratieförderung kann in einem solchen System nicht allzu groß sein.

(Osteuropa 8-9/2007, S. 195–208)