Titelbild Osteuropa 8-9/2007

Aus Osteuropa 8-9/2007
Teil des Dossiers Zentralasien

Hochkulturen und Steppenreiche
Der Kulturraum Zentralasien

Bert Fragner

Abstract

Zentralasien ist seit alters her ein Gebiet strukturierter Multikulturalität. Die Spannung – manchmal auch Symbiose – zwischen hoch spezialisiertem, viehzüchtendem Reiternomadentum und sesshaften Hochkulturen prägte die Physiognomie Zentralasiens bis in die Neuzeit. Gewaltsame Konflikte führten zu weiträumigen Völkerwanderungen. Die Symbiose produzierte die legendäre Seidenstraße, einen Höhepunkt transkultureller Koexistenz. Die Spezifika der Region wurden allerdings seit dem 18. Jahrhundert überformt, als zunächst der westliche Teil Zentralasiens unter chinesische, im 19. Jahrhundert dann der östliche Teil unter russische Herrschaft geriet. So sind die Grenzen der heutigen Nationalstaaten Produkt der imperialen Konkurrenz und der sowjetischen Nationalitätenpolitik.

(Osteuropa 8-9/2007, S. 27–52)