Titelbild Osteuropa 8-9/2007

Aus Osteuropa 8-9/2007

Die Aralsee-Katastrophe
Ein Nachruf auf das multilaterale Krisenmanagement

Jenniver Sehring

Abstract

Der Aralsee ist Schauplatz einer der größten, je von Menschen verursachten Umweltkatastrophen. In nur 50 Jahren verlor er neun Zehntel seines Wassers. In einem Gebiet größer als das Deutschlands leiden knapp vier Millionen Menschen unter Salzstürmen mit Pestizidrückständen. Die Kindersterblichkeitsrate ist eine der höchsten der Welt. Auch Typhus, Hepatitis und Krebserkrankungen treten überproportional häufig auf. Hinzu kommen gravierende sozioökonomische Probleme. Alle Rettungsversuche der letzten 15 Jahren scheiterten, das multilaterale Krisenmanagement hat versagt. Die Staaten an Amudarja und Syrdarja, die den Aralsee speisen, entnehmen entgegen allen Selbstverpflichtungen weiter riesige Wassermengen für die Landwirtschaft.

(Osteuropa 8-9/2007, S. 497–510)