Titelbild Osteuropa 6/2007

Aus Osteuropa 6/2007

Sturz der Idole – Ende des Humanismus?
Literaturmodelle der Tauwetterzeit: Solženicyn und Šalamov

Klaus Städtke

Abstract

Šalamovs Protest gegen die Kapitulation vor totalitärer Gewalt hatte Vorläufer. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Intelligenzija über „ethischen Nihilismus“ debattiert. Der Stalinismus unterbrach diese Debatte, an die Solženicyn und Šalamov wiederanknüpfen. Solženicyn fordert die Rückbesinnung auf die alte sittliche Ordnung, Šalamov entdeckt im Gulag die fatale Kehrseite der menschlichen Natur. Während Solženicyn das Lager in die Geschichte Rußlands einbettet, verzichtet Šalamov auf Welterklärungen und programmatische Entwürfe.

(Osteuropa 6/2007, S. 137–168)