Titelbild Osteuropa 6/2007

Aus Osteuropa 6/2007

Kolyma
Daten und Fakten

Ivan Panikarov

Abstract

Mit ihrer räumlichen Dimension, der riesigen Zahl der Häftlinge und Toten und der extremen Härte der Haftbedingungen nimmt die Lagerregion an der Kolyma unter den „Inseln“ des Gulag eine außergewöhnliche Position ein. Um den wirtschaftlichen Erfolg des staatlichen Baukombinats Dal’stroj zu sichern, wurde die Arbeitskraft der Häftlinge des Sevvostlag, des Besserungsarbeitslagers Nordost, seit Beginn der 1930er Jahre immer systematischer ausgebeutet. Die Folgen des politischen Terrors von 1937 waren bis an die Kolyma spürbar. Doch wilde Zahlenspekulationen in Lagerliteratur und Medien lassen den Opfern keine Gerechtigkeit widerfahren. Die Zahlen der Inhaftierten und Ermordeten, die die Archive in Magadan seit Beginn der 1990er Jahre preisgeben, mögen niedriger liegen als die zuvor kolportierten, sind dafür aber echte Zeugnisse der tragischen Realität der Kolyma.

(Osteuropa 6/2007, S. 267–288)