Titelbild Osteuropa 6/2007

Aus Osteuropa 6/2007

„Ein Fenster in die Vergangenheit“
Das Lager neu lesen

Anne Hartmann

Abstract

Die Lagerliteratur ist ins Abseits geraten: Die Gesellschaft in Rußland ist vollauf mit der Gegenwart beschäftigt, und für den Westen hat sich der Sensationswert der GULag-Enthüllungen längst erschöpft. Um dem Gedächtnisverlust entgegenzuwirken gilt es, das Lager neu zu lesen, denn die Sowjetzivilisation ist ohne ihre Schattenwelt nicht zu begreifen. Jenseits des etablierten Kanons von Erinnerungstexten gibt es eine Literatur zu entdecken, die vielfältig und eigenwillig auf das Lager als Existenz- und Denkform reagiert.

(Osteuropa 6/2007, S. 55–80)