Titelbild Osteuropa 5/2007

Aus Osteuropa 5/2007

In fremden Zungen
Milan Kunderas und Andreï Makines französische Prosa

Maria Rubins

Abstract

Die europäische Identität zweisprachiger Schriftsteller wie Milan Kundera und Andreï Makine zwingt zum Überdenken konventioneller Kategorien wie „Ost“ und „West“ oder „Fremder“ und „Einheimischer“. Beide Autoren haben ihre „Heimat“ gegen das „Exil“ eingetauscht, beide verfassen französische Romane und Essays. Die Zugehörigkeit zur europäischen Tradition verbindet sich mit einem distanzierten, „östlichen“ Blick auf Frankreichs Kultur, Gesellschaft und Medien. Kundera wehrt sich dagegen, als tschechischer Patriot und Autor zu gelten. Mit intertextuellen Bezügen betont er das Transnationale seines Werks. Makine stellt sich als Schriftsteller-Prophet in die Tradition Tolstojs und Dostoevskijs und entlarvt kulturelle Mythen.

(Osteuropa 5/2007, S. 169–188)