Titelbild Osteuropa 11/2007

Aus Osteuropa 11/2007

Konjunktur für Minderheitensprachen
Polens Sprachpolitik und das Kaschubische

Monika Wingender, Katarzyna Wisniewiecka-Brückner

Abstract

Der politische Umbruch der Jahre 1989–1991 in Osteuropa brachte auch eine sprachpolitische Wende. In vielen Nachfolgestaaten der UdSSR wurden die Nationalsprachen gegenüber dem Russischen aufgewertet. In Ostmitteleuropa hat die Annäherung an die Europäische Union bessere Bedingungen für die Förderung von Minderheitensprachen geschaffen. Wichtiger als die rechtlich-politische Absicherung ist für deren Entwicklung aber die Einstellung der Sprechergemeinschaft. Dies zeigt sich am Beispiel des Kaschubischen. Polen erkennt es gesetzlich als Regionalsprache an und fördert seinen Erhalt. Doch nur weil sich viele Menschen in der Kaschubei zu dieser kleinen slawischen Sprache bekennen, spielt diese wieder eine größere Rolle im gesellschaftlichen Leben.

(Osteuropa 11/2007, S. 211–224)