Titelbild Osteuropa 11/2007

Aus Osteuropa 11/2007

Eingefrorene Konflikte
Wie weiter mit den Quasistaaten?

Wim van Meurs

Abstract

Die ersten Interpretationen der ethnischen Konflikte in Osteuropa nach 1989 haben sich in manchen Fragen als falsch erwiesen. Die Zahl der gewaltsam eskalierten Konflikte ist geringer als erwartet, dafür ist deren Lösung schwieriger als erwartet. Die aus Sezessionskonflikten entstandenen Quasistaaten wie das Kosovo, Transnistrien oder Abchasien haben sich als viel überlebensfähiger erwiesen, als Anfang der 1990er prognostiziert worden war. Außerdem hat sich herausgestellt, dass diese Quasistaaten der eingefrorenen Konflikte nicht nur lukrative Eliteprojekte sind. Sie kommen um eine gewisse staatliche Umverteilung sowie um regionale oder nationale Identitätsstiftung nicht herum. Ursachenforschung und Konfliktmanagement müssen daher neu überdacht werden.

(Osteuropa 11/2007, S. 111–120)