Titelbild Osteuropa 6/2006

Aus Osteuropa 6/2006

Ein Abgrund von Moral- und Machtlosigkeit
Prostitution in Polen zwischen NS-Besatzung und Entstalinisierung

Marcin Zaremba

Abstract

Die Entstalinisierung machte es möglich: Im kommunistischen Polen durfte man Prostitution und die damit verbundenen sozialen Probleme wieder thematisieren. Dies geschah auch auf höchster Staats- und Parteiebene. Innenministerium und Miliz zogen Anfang 1957 eine erschreckende Bilanz. Zwei Dokumente spiegeln die Ratlosigkeit der kommunistischen Führung angesichts steigender Prostituiertenzahlen und damit verbundener Pro­bleme wie Frauenarbeitslosigkeit, Zerrüttung von Familien, wachsender Kriminalität und grassierender Geschlechtskrankheiten. Die Wurzeln dieser Entwicklung reichen in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurück.

(Osteuropa 6/2006, S. 318–335)