Titelbild Osteuropa 1-2/2006

Aus Osteuropa 1-2/2006

Verspätete Gerechtigkeit
Die Restitution von enteignetem Kulturgut in Tschechien

Mečislav Borák

Abstract

Das Gebiet der heutigen Tschechischen Republik war im Zweiten Weltkrieg weit weniger von nationalsozialistischem Kunstraub betroffen als die meisten anderen besetzten Gebiete. Die größten Verluste gehen auf das Konto der Gestapo, die jüdisches Eigentum beschlagnahmte. Nur ein Teil dieser Schätze wurde nach Kriegsende restituiert. Auch nach dem Umbruch 1989 hielt sich der tschechische Staat mit der Rückgabe enteigneter Kunst zurück. 1998 richtete die Regierung dann aber eine Arbeitskommission ein, im Jahr 2000 verabschiedete das Parlament ein Entschädigungsgesetz, und Ende 2001 nahm ein Dokumentations- und Forschungszentrum seine Arbeit auf. All dies machte etwa die Restitution eines Rembrandt-Gemäldes aus der Sammlung Schloss sowie wertvoller Handschriften aus dem Jüdisch-Theologischen Seminar in Breslau möglich.

(Osteuropa 1-2/2006, S. 247–262)